Was enthalten ist
Sechs Phasen vom Vorlauf bis zur Übergabe an den Betrieb:
- Vorbereitung (T-12 bis T-1 Monate) — Arbeitsumfang einfrieren, Material und Ersatzteile beschaffen, Fremdfirmen binden, Gerüste und Kräne disponieren. Meilenstein: Scope Freeze.
- Abfahren und Freigabe — Lastabsenkung, Abfahren, Entleeren, Spülen, Inertisieren und Freimessen. Erst danach darf Handwerk auf die Anlage.
- Inspektion und Befundung — Öffnen, Reinigen, Prüfen. Hier entsteht der Zusatzumfang, den niemand vorher kannte.
- Reparatur und Austausch — Katalysatorwechsel, Wärmetauscher, Ventile, Rohrleitungsarbeiten — der kritische Pfad liegt fast immer in einer einzigen Kolonne.
- Dichtheitsprüfung und Wiederherstellung — Schließen, Druckprüfung, Kalibrierung, Isolierung. Meilenstein: mechanisch fertig.
- Anfahren — Inertisieren, Aufheizen, Einfahren, Spezifikation erreichen und Übergabe an den Betrieb.
So passen Sie sie an
- Auf Schichten umstellen, wenn rund um die Uhr gearbeitet wird — bei einem Turnaround ist die Tagesauflösung zu grob.
- Je Anlagenteil oder Kolonne eine eigene Zeile führen; sie laufen parallel und konkurrieren um dieselben Gewerke.
- Freimessung und Freigabe als eigene Vorgänge abbilden, nicht als Teil des Abfahrens — sie sind der häufigste Startverzug.
- Eine Puffer-Zeile für Zusatzumfang je Phase einplanen und offen ausweisen.
Hinweise zur Terminplanung
- Der Scope Freeze ist der wichtigste Meilenstein. Was danach dazukommt, verschiebt das Anfahren.
- Der kritische Pfad ist meist kurz. Wenige Vorgänge bestimmen die Dauer — schützen Sie genau diese.
- Fremdfirmen sind eine Ressource, kein Vorgang. Prüfen Sie die Auslastung, nicht nur die Termine.
- Das Anfahren gehört in den Plan. Ein Turnaround endet mit Produkt in Spezifikation, nicht mit dem letzten Schraubenschlüssel.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Raffinerie-Turnaround?
Üblich sind 20 bis 60 Tage Stillstand, je nach Umfang und Anlagengröße. Die Vorbereitung beginnt 12 bis 18 Monate vorher.
Warum wird in Schichten statt in Tagen geplant?
Weil in der Regel rund um die Uhr gearbeitet wird. Eine Tagesauflösung versteckt genau die Übergaben, an denen Zeit verloren geht.
Was ist der häufigste Grund für Verzug?
Zusatzumfang aus der Inspektion und verspätete Freigaben nach dem Entleeren. Beides lässt sich einplanen, aber nicht wegplanen.