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Die 3-Wochen-Vorschau — ohne sie jeden Montag neu abzutippen

Niemand baut nach einem Programm über achtzehn Monate. Gebaut wird nach den nächsten drei Wochen davon. Die Vorschau ist genau dieses Fenster — der Ausschnitt des Terminplans, der nah genug ist, um real zu sein — und auf den meisten Baustellen wird sie noch immer jeden Montag von Hand in eine Tabelle kopiert.

Redaktion gantts.appAktualisiert 19. Juli 202610 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Was eine Vorschau eigentlich ist
  2. Überlappung statt Enthaltensein — das Detail, das fast alle falsch machen
  3. Warum das Fenster auf Montag liegt
  4. Ein durchgerechnetes Beispiel: Quartier Lindenhöfe, Haus C
  5. Wonach eine Anlaufprüfung tatsächlich fragt
  6. PPC: die Zusage messen
  7. Erzeugen statt abtippen
  8. Ein brauchbares Dokument, nicht nur ein Filter
Derselbe Terminplan, gefiltert auf die Arbeit, die das Fenster berührt:
nächste 3 WochenVorgangDauer

Was eine Vorschau eigentlich ist

Eine Vorschau ist ein kurzer, rollierender Auszug aus dem Gesamtterminplan — meist drei Wochen, manchmal zwei, vier oder sechs — und zeigt nur die Arbeit, die dieses Fenster berührt. Sie rollt jede Woche weiter, sodass derselbe Vorgang in mehreren aufeinanderfolgenden Vorschauen auftaucht, während er näher rückt und besser verstanden wird.

Es gibt sie, weil Gesamtterminplan und Arbeitsplanung zwei verschiedene Dokumente mit zwei verschiedenen Aufgaben sind. Der Terminplan beantwortet „werden wir rechtzeitig fertig“, die Vorschau beantwortet „was passiert am Dienstag, und hat jemand den Stahl bestellt“. Der Versuch, eine Baubesprechung mit einem zweihundertzeiligen Programm zu führen, ist der Grund, warum es in A0 gedruckt und danach ignoriert wird.

In der Sprache des Last Planner Systems ist die Vorschau der Ort, an dem Randbedingungen auffallen: Die Arbeit ist nah genug, dass man fragen kann, ob Genehmigung, Material, Kolonne und Vorgewerk tatsächlich da sein werden. Und die drei Wochen sind nicht drei gleichwertige Wochen — sie härten aus, während sie näher rücken:

Woche 1Woche 2Woche 3nächste 3 Wochen — fixiert / zugesagt / Planung
Jeden Montag rückt das Fenster weiter: aus Woche 3 wird Woche 2, Woche 2 friert ein, und eine neue Planungswoche kommt hinzu.

Überlappung statt Enthaltensein — das Detail, das fast alle falsch machen

Hier ist die Regel, die eine Vorschau richtig macht, und genau die, an der von Hand gebaute Tabellen am häufigsten scheitern.

Ein Vorgang gehört in das Fenster, wenn er es überlappt — nicht, wenn er vollständig hineinpasst. Das achtmonatige Gründungspaket, das im März begonnen hat und bis November läuft, findet gerade jetzt statt, und es ist genau die Arbeit, die das Baustellenteam vor Augen haben muss. Filtern Sie auf Vorgänge, die innerhalb der drei Wochen beginnen und enden, verlieren Sie jede langlaufende Tätigkeit auf der Baustelle — und behalten eine Vorschau, die aufgeräumt aussieht und ein Projekt beschreibt, an dem niemand arbeitet.

Die Prüfung besteht aus zwei Vergleichen, nicht aus vieren:

Vorgang.Start ≤ Fenster.Ende  UND  Vorgang.Ende ≥ Fenster.Start

Das ist die ganze Regel, und gantts.app wendet exakt sie an. Eine Folge daraus ist erklärungsbedürftig: Eine übergeordnete Phase qualifiziert sich nie über ihre eigenen Termine. Gruppen kommen ausschließlich als Zusammenhang mit — wenn ein Vorgang in ihnen im Fenster liegt, erscheinen die übergeordneten Zeilen als Überschriften und nicht als Arbeit, die Sie zusagen. So landet keine Zeile ohne ihren Kontext in einer flachen Liste, und niemand verspricht versehentlich eine ganze Phase.

nächste 3 WochenVorgangDauer
Nur Balken, die das schattierte Fenster kreuzen, überstehen den Filter; die übergeordneten Zeilen kommen als Zusammenhang mit.

Warum das Fenster auf Montag liegt

Die Vorschau ist ein wöchentliches Ritual an einer wöchentlichen Besprechung. Ein Fenster von Donnerstag bis Donnerstag würde die Arbeitswoche mitten durchschneiden und wäre für jeden Leser wertlos.

Deshalb rastet das Fenster immer auf den Wochenanfang zurück. Öffnen Sie das Werkzeug an einem Mittwoch, erhalten Sie das Fenster, das am Montag begonnen hat, und keinen Dreiwochenblock ab Wochenmitte. Die Pfeile schieben es wochenweise weiter, wenn Sie länger vorausschauen wollen, und Diese Woche bringt es zurück.

Gezählt wird in Kalenderwochen, nicht in Arbeitswochen: „drei Wochen voraus“ heißt einundzwanzig Kalendertage und nicht fünfzehn Arbeitstage. Das ist in Deutschland kein Nebensatz, sondern der Grund, warum eine Vorschau über den 1. Mai oder über Christi Himmelfahrt und den folgenden Brückentag deutlich weniger Arbeit enthält als eine gewöhnliche. Wer die Feiertage seines Bundeslandes im Arbeitskalender hinterlegt hat, sieht das im Fenster sofort; wer nicht, verspricht in solchen Wochen zuverlässig zu viel.

Ein durchgerechnetes Beispiel: Quartier Lindenhöfe, Haus C

Das Vorhaben. Haus C des Quartiers Lindenhöfe, ein siebengeschossiger Wohnungsbau; das 1. bis 3. Obergeschoss sind im Ausbau. Bauleiterin Franziska Ortmann führt die Planung mit zwei Polieren: Serkan Yıldız für die technische Gebäudeausrüstung, Marek Wiśniewski für den Trockenbau. Das Fenster begann Montag, den 20. Juli 2026, und lief bis Sonntag, den 9. August — 13 von 214 Vorgängen überlappten es.

Woche 1 — eingefroren, 20. bis 26. Juli. Elektro-Trassen 2. OG, Erstmontage (Yıldız, vier Mann; die Kabeltrassen liegen seit dem 14. Juli auf der Baustelle). Ständerwerk 2. OG, Kopfbefestigung (Wiśniewski, sechs Mann). Schlitz- und Durchbrucharbeiten Steigschacht 3 — begonnen am 2. Juni, Ende am 21. August, taucht also im Fenster auf, obwohl der Vorgang darin weder beginnt noch endet. Genau dafür ist die Überlappungsregel da.

Woche 2 — zugesagt, 27. Juli bis 2. August. Sprinkler-Abgänge 2. OG (Yıldız), Beplankung Westflügel 2. OG (Wiśniewski), Trassenaufmaß 3. OG. Zwei offene Randbedingungen: Die Abgänge hingen an der Freigabe des geänderten Brandschutzkonzepts durch den Prüfsachverständigen für Brandschutz, und die Gipsplatten für den Westflügel hingen an einer für den 24. Juli zugesagten Lieferung. Ortmann schrieb an beide einen Namen und ein Datum — Freigabe an Yıldız zum 23. Juli, Lieferung an den Einkauf zum 24. Juli.

Woche 3 — Planung, 3. bis 9. August. Beplankung 3. OG, Elektro-Endmontage 2. OG, Meilenstein „Zwischenabnahme TGA 2. OG“ am 7. August. Nichts davon war versprochen; in dieser Woche wurde benannt, was es blockieren könnte.

Eine Woche später rollte das Fenster auf den 27. Juli bis 16. August. Ortmann drückte einmal auf den Pfeil, abgetippt wurde nichts. Die bislang zugesagte Woche war nun die eingefrorene — und die Sprinkler-Abgänge waren nicht anlaufbereit. Das Brandschutzkonzept kam am 23. Juli nicht zurück; die Stellungnahme des Prüfsachverständigen traf am 29. Juli ein und verlangte eine geänderte lichte Höhe im Flur. Die Abgänge wurden nicht trotzdem in die eingefrorene Woche gezogen. Sie rutschten auf die Woche ab dem 10. August, mit dem Grund „Freigabe offen“, und die vier Mann von Yıldız gingen auf das Trassenaufmaß im 3. OG — das war in der alten Woche 3 bereits als anlaufbereit geprüft worden. Die Gipsplatten kamen am 24. Juli, die Beplankung begann also termingerecht.

Die Bewertung. Für die Woche ab dem 27. Juli waren sechs Zusagen gegeben, fünf wurden wie zugesagt erfüllt: PPC 83 %, ein Grundcode. Dieser Code war in neun Wochen dreimal aufgetreten — und das war es, was das Vorhaben tatsächlich verändert hat. Ortmann nahm Brandschutz-Freigaben auf ein Vorschaufenster von sechs Wochen, weil drei Wochen kürzer waren als die reale Bearbeitungszeit des Prüfsachverständigen.

Und ein zweiter Fund im selben Fenster. Der Trockenbauer hatte Betriebsferien vom 10. bis 21. August gemeldet. Im Gesamtterminplan ging das zwischen 214 Zeilen unter; im Dreiwochenfenster stand es plötzlich am rechten Rand. Zwei Wochen Vorlauf reichten, die Beplankung des 3. OG vorzuziehen und die Kolonne des Estrichlegers um eine Woche nach hinten zu schieben. Genau dafür schaut man drei Wochen voraus und nicht eine.

Wonach eine Anlaufprüfung tatsächlich fragt

Das ist eine Prüfbesprechung, keine Fortschrittsbesprechung: Fragen Sie zu jedem Vorgang, der in Woche 2 einläuft, ob das, was er braucht, auch da sein wird — und wenn nicht, wer es beschafft. Sieben Kategorien decken das ab.

RandbedingungDie Frage, die Sie stellenWer sie klärt
MaterialBestellt? Lieferzeit kürzer als der Vorlauf? Ist Lagerfläche da?Einkauf
Information und PlanungAusführungsplan freigegeben, und ist die Planauskunft zurück?Planungskoordination
PersonalRichtiges Gewerk, richtige Zahl, disponiert und unterwiesen für diese Woche?Polier des Nachunternehmers
GeräteGerät auf der Baustelle, geprüft, nicht doppelt mit einem anderen Gewerk belegt?Bauleitung
Genehmigungen und FreigabenTermin vereinbart — und passt die reale Bearbeitungszeit der Behörde oder des Prüfsachverständigen in das Fenster?Wer die Beziehung hält
VorleistungIst das Vorgewerk wirklich fertig und übergeben — nicht „so gut wie fertig“?Terminplanung / Paketverantwortung
Platz und ZugangKommt die Kolonne hin, mit Gerüst, Beleuchtung und sicherem Weg?Bauleitung

Ein Vorgang mit einer offenen Randbedingung läuft nicht in die eingefrorene Woche ein. Ihn trotzdem hochzustufen ist der Weg, auf dem aus einer Vorschau Dekoration wird — und der Grund, warum Teams nach einem halben Jahr sagen, das Verfahren habe bei ihnen nicht funktioniert.

PPC: die Zusage messen

Eine Vorschau, die niemand bewertet, ist nur ein kürzeres Gantt-Diagramm. Das Ergebnis sind nicht die gefilterten Zeilen — es ist eine Zusage, und eine Zusage, die niemand misst, ist ein Wunsch.

Das Maß dafür ist der PPC, der Prozentsatz eingehaltener Zusagen. Am Ende der eingefrorenen Woche teilen Sie die wie zugesagt erledigten Vorgänge durch die zugesagten Vorgänge. Sechs zugesagt, fünf erledigt: 83 %. Es gibt keine Teilpunkte — ein zu 90 Prozent erledigter Vorgang zählt null, weil das Gewerk dahinter trotzdem nicht anfangen kann.

Diese Härte ist der Sinn der Sache: Der PPC misst, wie verlässlich Ihre Planung ist, und nicht, wie viel gearbeitet wurde. Eine Woche mit enormem ungeplantem Einsatz, die die Hälfte ihrer Zusagen liegen lässt, ist eine schlechte Woche, denn alle nachgelagerten Gewerke haben sich auf die Zusage eingerichtet.

Wichtiger als die Zahl ist der Grund, der an jeder verfehlten Zusage hängt. Ein Code je gescheitertem Vorgang — Freigabe offen, Material zu spät, Vorgewerk unfertig, Witterung, Planungsänderung. Nach zehn Wochen stapeln sie sich und benennen die eine Sache, deren Behebung sich lohnt.

Neue Teams landen bei 50 bis 60 Prozent; wer Randbedingungen konsequent abräumt, kommt auf 75 bis 85. Wochenlang über 90 Prozent heißt meist, dass die Planung gepolstert ist. Verfolgen Sie den Verlauf und die Codes, nicht den absoluten Wert.

VorgangDauer 8dMeilensteinDauer null
Bewerten Sie die Woche gegen das, was zugesagt war — nicht gegen das, was sich als bequem herausgestellt hat.

Erzeugen statt abtippen

An Vorlagen für die 3-Wochen-Vorschau herrscht kein Mangel; jede einzelne davon ist ein leeres Raster, das Sie von Hand ausfüllen. Das ist das eigentliche Problem. Die Antwort steckt bereits im Terminplan; die wöchentliche Arbeit besteht im Abschreiben, und aus dem Abschreiben kommen die Fehler und die Veralterung. Ein Vorgang wird vergessen, oder der Gesamtplan wird geändert und die Vorschau nicht — und schon widersprechen sich beide Dokumente stillschweigend.

In gantts.app ist die Vorschau eine Ansicht derselben Daten:

  1. Stellen Sie Ansicht auf Vorschau.
  2. Wählen Sie das Fenster — 1, 2, 3, 4, 6 oder 8 Wochen.
  3. Schieben Sie es mit den Pfeilen weiter oder springen Sie mit Diese Woche zu heute zurück.
  4. Blenden Sie über Spalten die Spalte Zuständig ein, damit auf jeder Zeile ein Name steht.
  5. Exportieren Sie über ⬇ Export als 📄 PDF-Dokument oder 🖼 PNG-Bild für die Wand im Baucontainer, oder als 📊 Excel (.xlsx) für die Besprechung.
  6. Mit Alle Vorgänge anzeigen kehren Sie zum vollständigen Terminplan zurück.

Das Diagramm zoomt auf das Fenster, sodass drei Wochen lesbar sind statt zu einem Streifen auf einer Achse über achtzehn Monate zusammengedrückt. Ein Band am oberen Rand nennt das gewählte Fenster und die Zahl der angezeigten Vorgänge — etwa „3-Wochen-Vorschau · 20. Juli bis 9. August — 13 von 214 Vorgängen“ —, denn ein gefiltertes Diagramm, das seine Filterung nicht ausweist, liest sich wie ein Plan mit fehlenden Vorgängen.

Das Fenster folgt standardmäßig dem heutigen Tag und rollt damit zwischen zwei Besuchen von selbst weiter; die Pfeile heften es an einen bestimmten Montag, bis Sie „Diese Woche“ drücken. Ändern Sie ein Datum im Gesamtplan, stimmt die Vorschau bereits. Es gibt nichts erneut abzuschreiben.

Ein brauchbares Dokument, nicht nur ein Filter

Die Vorschau ist nicht das Ergebnis — die Zusage ist es. Wenn der Montag ein gefiltertes Diagramm hervorbringt, aber keine Bewertung der vergangenen Woche, haben Sie den Papierkram automatisiert und das Verfahren selbst übersprungen.

Häufige Fragen

Was ist eine 3-Wochen-Vorschau?

Ein rollierender Auszug aus dem Gesamtterminplan, der nur die Arbeit zeigt, die die nächsten drei Wochen berührt. Sie wird wöchentlich fortgeschrieben und dient dazu, die tägliche Arbeit abzustimmen und Randbedingungen zu erkennen, solange noch Zeit bleibt, sie zu klären.

Warum drei Wochen?

Lang genug, dass sich Randbedingungen — Material, Genehmigungen, Kolonnen — noch klären lassen, und kurz genug, dass die Termine glaubwürdig sind. Zwei, vier und sechs Wochen sind ebenfalls üblich; die richtige Länge hängt von Ihren Vorlaufzeiten ab.

Gehört ein lange laufender Vorgang in die Vorschau?

Ja. Alles, was das Fenster überlappt, gehört hinein. Ein Filter auf Vorgänge, die vollständig in die drei Wochen passen, entfernt genau die langlaufende Arbeit, die gerade stattfindet. Phasen dagegen erscheinen nie wegen ihrer eigenen Termine, sondern nur als Überschrift über einem Vorgang im Fenster.

Was ist der PPC und was ist ein guter Wert?

Wie zugesagt erledigte Vorgänge geteilt durch zugesagte Vorgänge, ohne Teilpunkte. Neue Teams erreichen 50 bis 60 Prozent, 75 bis 85 ist gut, dauerhaft über 90 deutet auf gepolsterte Planung hin. Die Grundcodes hinter den Fehlschlägen sagen mehr als die Zahl.

Was passiert mit einem Vorgang, der nicht anlaufbereit ist?

Er rückt aus der eingefrorenen Woche heraus, statt trotzdem zugesagt zu werden, der Grund wird festgehalten, und die Kolonne geht auf Arbeit, die bereits als anlaufbereit geprüft ist. Einen unfertigen Vorgang hochzustufen zerstört genau die Verlässlichkeit, für die es die Vorschau gibt.

Kann man eine Vorschau in Excel erstellen, und wie drucke ich sie?

In Excel tun es die meisten Teams — indem sie jede Woche Zeilen aus dem Terminplan abtippen. Wird sie als Ansicht des Plans erzeugt, entfallen das Abtippen und das Auseinanderlaufen beider Dokumente. Zum Drucken wechseln Sie in die Vorschau-Ansicht und exportieren als PDF oder PNG; der Export gibt wieder, was auf dem Bildschirm steht, Sie erhalten also das Fenster und nicht den gesamten Terminplan.

Passende Vorlagen

Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar.

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